82 Millionen Bundestrainer leben in Deutschland. Ja, richtig, 82 Millionen Bundestrainer. Zumindest gefühlt. Denn in den letzten Wochen und Monaten vor der WM ist ein besonderes Phänomen zu beobachten: Das der hingebungsvollen Besserwisserei in Sachen Nationalmannschaft. Viele Fußballfans winken mittlerweile nur noch ab, wenn es um die Erfolgschancen des DFB in Südafrika geht. Frings nicht dabei, Kuranyi zuhause gelassen, Hummels nicht nominiert. Dafür Spieler wie Beck oder Friedrich im Kader. Zugegeben, über die ein oder andere Personalie kann man sich streiten. Doch die Art und Weise, in der Joachim Löw und sein Team mittlerweile nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand in den Fan-Foren im Internet angegangen werden, ist ob der Euphorie bei der letzten WM (und EM!) erstaunlich. Die Fahnen werden praktisch schon eingerollt, bevor der Ball zum ersten Mal rollt. Das ist nicht nur feige, sondern umso erstaunlicher, alsdass diese Leute bei einem eventuellen Erfolg unseres Teams am lautesten auf den Fanmeilen jubeln werden. Ein bisschen mehr Lockerheit täte dem deutschen Fußball-Michel auf jeden Fall gut. Damit lässt es sich dann auch mit reinerem Gewissen zu gegebener Zeit jubeln.