Jogi Löw und Andreas Köpke überbrachten die Nachricht heute gewohnt ernst blickend: Philipp Lahm wird bei der WM in Südafrika der Kapitän der deutschen Elf sein. Damit befindet sich der 26-Jährige in illustrer Gesellschaft von Legenden wie Franz Beckenbauer, Uwe Seeler und dem großen Fritz Walter.
Interessant: Die Personalie Michael Ballack spielt auf einmal keine große Rolle mehr in den Medien. “Die Wade” oder vielmehr “Das Sprunggelenk der Nation” wird sicher würdig von Lahm vertreten. Wir erinnern uns gerne an das Eröffnungsspiel Deutschlands gegen Costa Rica vor vier Jahren, als Lahm unnachahmlich nach innen zog und den Ball schon nach sechs Minuten im langen Eck versenkte. Auch bei der EM 2008 glänzte Lahm im Halbfinale gegen die Türken, als er kurz vor Spielende seinen Schnitzer beim Ausgleich ausbügelte und nach schönem Doppelpass mit dem mittlerweile ausgebooteten Hitzlsperger den 3:2 Siegtreffer markierte. Die Entscheidung für Lahm beruht also nicht nur auf seiner souveränen und freundlichen Art, sondern auch auf dem durch die konstanten Leistungen und die wichtigen Treffer gewonnenen Standing im Team.
Die BILD-Zeitung wusste schon gestern nicht nur von der Nominierung Lahms, sondern auch von der Lösung der Torwartfrage: Manuel Neuer vom FC Schalke 04 wird in Südafrika zwischen den Pfosten stehen. Der 24-Jährige Ur-Schalker (spielt seit 1991 im Verein) hat sich gegen den vielleicht etwas zu laut tönenden Tim Wiese von Werder Bremen durchgesetzt. Altstar Hans-Jörg Butt wird sich als Nummer drei zu Wiese auf die Bank gesellen.
Man kann also schon jetzt, zwei Wochen vor der WM, von einem Generationswechsel bei der Nationalelf sprechen. Denn mit Schweinsteiger wurde ein zwar gestandener, aber noch lange nicht zum alten Eisen gehörender Spieler als Vize-Kapitän bestimmt. “Schweini” erhielt den Vorzug vor Miro Klose, der dennoch im nächsten Vorbereitungsspiel gegen Ungarn die Binde tragen wird. Schweinsteiger wird nach dem Champions League Finale eine Chance zur Regenerierung erhalten. Die haben er und das Team auch nötig, denn in wenigen Tagen geht es auf nach Südafrika.